Reisetagebuch Spitzbergen Sommer 2006

Sonntag, 20. August 2006

Über Nacht sind wir entlang der Westküste von Edgeøya und dann durch den Freemansundet zwischen Edgeøya und Barentsøya gefahren. Dann ging es nördlich weiter an die Küste von Nordaustlandet. Bei Isispynten (Waypoint 59) steigen wir in die Zodiacs und bestaunen die gigantische, über 150 km lange, Gletscherfront des Austfonna, der den größten Teil der Insel Nordaustlandet bedeckt. Wir freuen uns an den Eisskulpturen, die vom Gletscher abgebrochen sind und im Wasser schwimmen. Es ist bedeckt und kühl aber wenigstens regnet es heute nicht, also gutes Wetter für eine Zodiacfahrt.


Ein ganz kleines Stück des Austfonna


Zodiacfahrt bei Isispynten (Austfonna)

Da es in diesem Jahr nur wenig Eis gibt haben wir die Möglichkeit die Insel Kvitøya zu besuchen. Sie liegt ganz im Nordosten von Svalbard. Auf dem Weg dorthin überqueren wir den 80. Breitengrad (Waypoint 60). Eigentlich merkt man ja nichts davon, es gibt aber das Gefühl dem Nordpol nahe zu sein.

Es ist eine etwas längere Fahrt über das Meer. Plötzlich entdecken wir die Insel. Sie erscheint ganz unwirklich aus etwas Nebel. Kvitøya, die östlichste Insel Svalbrds, ist fast komplett mit Schnee und Eis bedeckt und ist recht flach. Sie sieht aus wie eine weiße Linse im Meer mit etwas Nebel. Wie wie erfahren haben wir großes Glück die Insel nicht nur zu erreichen sondern sogar auch zu sehen. Nebel ist hier eigentlich der Normalfall.


Kvitoya

Wir ankern vor der Insel und es geht in die Boote. Zuerst entdecken wir einen Eisbären (Waypoint 61) können dann aber doch ein Stück entfernt an einer interessanten Stelle landen (Waypoint 62). Hier ist Sandstrand, der wenn er nicht gerade in der Arktis wäre, zum Baden einladen würde. Es ist das einzige Stück der Insel ohne Schnee oder Eis. Zuerst finden wir einen Eisbärenschädel mit einem Teil der Wirbelsäule und diverse Knochen.


Landung auf Kvitøya (John, Klaus-Dieter, Hilary)

Hier, in Andréeneset, befindet sich auch ein Monument mit einer Gedenktafel (Waypoint 63) für den schwedischen Forscher Andrée und seine beiden Gefährten die hier 1897 am tragischen Ende ihrer Ballonexpedition starben. Auch eine kleine schwedische Flagge befindet sich hier die in den 80er Jahren von einer Forschungsexpedition hier gelassen wurde.

    
Auch der Schnee, der die Insel zum größten Teil bedeckt und ihr den Namen "Die weiße Insel" Kvitøya gegeben hat, muß näher untersucht werden. Es ist eine Mischung aus Schnee und Eis. Die Rückfahrt mit den Zodiacs zum Schiff ist recht unruhig da es doch einige Wellen gibt.


Eisbärenspur

GPS-Waypoints (WGS 84)
Waypoint 59: 79 41.776' N, 26 38.820' E
Waypoint 60: 80 00.001' N, 30 18.371' E
Waypoint 61: 80 04.967' N, 31 27.001' E
Waypoint 62: 80 04.650' N, 31 29.686' E
Waypoint 63: 80 04.578' N, 31 30.359' E

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Klaus-Dieter Friedrich , September 2006    Datenschutzerklärung